So verstehen wir unser Krav Maga!

Tobias Niedeggen, Chief Instructor Evo Combat

 

 

Krav Maga

(hebr. קרב מגע „Kontaktkampf“) ist ein israelisches, modernes Selbstverteidigungssystem, das Schlag- und Tritttechniken präferiert, aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampf beinhaltet.

Herkunft des Wortes "Krav Maga"

Der Name Krav Maga (קרב מגע) bedeutet „Kontaktkampf“, wobei Krav (קרב) „Kampf“ und Maga (מגע) „Kontakt“ bedeutet.

Geschichte

Imrich Lichtenfeld mit Yaron Lichtenstein. Die Kleidung ist an Trainingsanzüge (inkl. Gürtel) der seinerzeit vorherrschenden japanischen Kampfkünste angelehnt.

Slowakei

Selbstverteidigung gegen antisemitische Schläger. Die Ursprünge des Krav Maga gehen auf den 1910 in Budapest geborenen Imrich Lichtenfeld zurück, der in Bratislava aufwuchs. Lichtenfeld war als Boxer und Ringer erfolgreich und hatte von seinem Vater, einem Polizisten, Jiu-Jitsu-Techniken gelernt. In den 1930er Jahren lehrte Lichtenfeld zum ersten Mal seine Kampfmethode, um die dort lebenden Juden gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen. 
Lichtenfeld emigrierte 1940 aus der Slowakei. Nach einer abenteuerlichen Flucht und einer Zeit bei der britischen Armee durfte er 1942 nach Palästina einreisen.

Krav Maga im zivilen Bereich

Krav Maga zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System berücksichtigt und sinnvoll eingebunden. Dadurch ist Krav Maga relativ schnell zu erlernen. Krav Maga ist seinem Selbstverständnis nach kein Sport, sondern ein reines Selbstverteidigungssystem. Es gibt keine Wettkämpfe. Besonders das richtige Reagieren unter Stress wird trainiert. Dabei wird der richtigen Taktik in Gefahrensituationen viel Raum eingeräumt. Es geht auch darum, Gefahren frühzeitig zu erkennen und durch geschicktes Verhalten dem Konflikt auszuweichen.
Aufgrund der historischen Entwicklung, des Kampfsport-Hintergrundes vieler Vertreter und der Orientierung nach Prinzipien und weniger nach starren Techniken sind inzwischen verschiedene Organisationen und Interpretationen des Krav Maga entstanden, die sich teilweise in der Auswahl der Techniken (vor allem bei fortgeschritteneren Programmen) und Trainingsmethoden unterscheiden.

Krav-Maga-Techniken und -Methoden

Im Krav Maga werden je nach Zielgruppe unterschiedliche Techniken und Methoden trainiert.

Dazu zählen:

    verbale Deeskalation
    Rollenspiele
    Bewegungslehre
    360-Grad-Abwehr
    Innenabwehr
    Fausttechniken
    Handballentechniken
    Hammerschläge
    Ellbogentechniken
    Tritttechniken
    Knietechniken
    Einsatz von Alltagsgegenständen zur Selbstverteidigung
    Waffenabwehr, gezielte Entwaffnung von Gegnern
    Stressdrills
    Situationstraining

 

Kapap

Geschichte

KAPAP geht auf die 1941 mit britischer Hilfe aufgestellte, erste offizielle (vor-)israelische Spezialeinheit Palmach (Plugot Machatz) zurück. Das Training der Palmach beschränkte sich nicht nur auf das Kampftraining mit und ohne Waffen, z. B. Messer und Sturmgewehr, sowie die auf der Grundlage des von den beiden britischen Nahkampfausbildern W. E. Fairbairn und E. A. Sykes entwickelten Techniken des Selbstverteidigungssystems „Defendu“, welches der Ursprung aller israelischen Kampfkünste ist, sondern bezog auch Erste HilfeÜberlebenstrainingFunker- und Sprengstoffausbildung und fremde Sprachen ein. Das waffenlose Kampftraining war dabei eine Mischung aus BoxenSavateRingen und klassischem europäischem Messerkampf. Vom allumfassenden KAPAP ausgehend, bildeten sich weitere moderne Kampf- und Selbstverteidigungssysteme aus. Hier ist vor allem Krav Maga zu nennen.

Im Laufe der Zeit etablierte sich dann der bei den israelischen Spezialeinheiten geläufigere Begriff Lotar („Lorhama Be Terror“, übersetzt „Kampf gegen den Terror“) in der Israeli Defense Forces (IDF). Lotar bezeichnet dabei vor allem eine spezielle Art des Trainings, welches die Akzente auf Dynamik und Realitätsbezogenheit legt.

System

Ausdauer-, Stress- und Aggressionsdrills bilden den Grundstein dieses modernen Systems. Integriert sind zudem Kurz- und LangwaffentrainingInfiltrations- und Exekutionstechniken, Ausbildung instinktbezogenerWahrnehmungs- und Reaktionsschemata sowie urbanes und rurales Training.

KAPAP versteht sich nicht als abgeschlossenes Nahkampfsystem, sondern vielmehr als Konzept mit unterschiedlichsten Trainingsformen für die unterschiedlichsten Angriffssituationen. KAPAP ist mit jeder Kampfsportart oder Kampfkunst kombinierbar und ergänzt diese lediglich im Bereich des konzeptionellen Trainings zum Umgang mit Echtangriffen. Das Verstehen von Echtangriffen, Reaktionsschemata, Täter- und Opferpsychologie, Aggressionsdrills etc. sind elementare Bestandteile im Training.

KAPAP bietet wegen seines Ursprungs in Polizei und Militäreinheiten ein effektives Nahkampfkonzept, kombiniert mit taktischer Ausbildung. In den letzten Jahren wurde eine zivile Variante des KAPAP entwickelt, die für jedermann, unabhängig von Alter und Geschlecht, zugänglich ist.



Quelle: Wikipedia